Bedrückend still

///Bedrückend still

Bedrückend still

Bedrückend still – ein Geschichtsprojekt zum Kriegsende in Roetgen im September 1944

„Bedrückend still“ ist der Titel des Films, der die Ergebnisse des Geschichtsprojektes in den Kreativtagen im Sommer 2019 visuell und inhaltlich zusammenfasst.

Mit Unterstützung der Städteregion, des Stadtarchivs Aachen, besonders Frau Tiedeken, GrenzGeschichtenDG in der Person von Dr. Herbert Ruland sowie des Filmteams Ernst Wawra und Marco Röpke ist ein Stück Erinnerungskultur entstanden, in dem sich acht Schüler*Innen intensiv mit der Frage nach Niederlage oder Befreiung Roetgens am 12. September 1944 durch die Amerikaner auseinandergesetzt haben.

„Bedrückend still“ beantwortet Herr Anfried Henn die Frage der Schülerin nach der Stimmung in der Familie und Bevölkerung im Zeitzeugengespräch. Nicht alle empfingen die Amerikaner als Befreier von einem System, das fünf Jahre zuvor einen Angriffskrieg begonnen hatte und für Millionen Menschen Tod, Vernichtung und Vertreibung bedeutete.

Nach der Einführung in die NS-Ideologie mit ihren wesentlichen Elementen zum Führerstaat, der Volksgemeinschaft, der Lebensraumpolitik und der Rassenideologie, die konsequenterweise Krieg zum Ergebnis haben mussten, waren die Schüler*innen inhaltlich vorbereitet, um im Stadtarchiv die treffenden erkenntnisleitenden Fragen an die dort von den Archivmitarbeitern ausgewählten Archivalien zur Jugend im Nationalsozialismus sowie den letzten Kriegstagen in Aachen und Umgebung stellen zu können.

Wenn sie selber keine Fragen zur Grenzgeschichte und zum Verlauf des Krieges im Grenzgebiet hatten, warf Dr. Ruland die wichtigen Fragen auf, die er selber kenntnisreich, detailliert und die Jugendlichen fesselnd beantwortete. So verloren die steinernen Zeugen des Krieges, etwa die „dragon teeth“ des Westwalls und die tausenden Kreuze der amerikanischen Gefallenen in Henri-Chapelle auf dem American Cemetery and Memorial ihre Sprachlosigkeit.

Alle teilnehmenden Schüler*innen betonten die Bedeutsamkeit des Zeitzeugengesprächs mit Herrn Henn, der sie mit den lebhaften Schilderungen seiner individuellen Erfahrungen tief beindruckt hat. Sein Schlusswort: „ Seid vorsichtig, denn es gibt heute wieder  welche, die zwar nicht sagen, was sie vorhaben, aber die Richtung kann man schon sehen, vor allem wenn man die Richtung schon mal mitgemacht hat. Da heißt es: Wehret den Anfängen.“

Vielleicht bleibt als wichtigstes Ergebnis, dass die Entwicklung einer Erinnerungskultur ein wichtiges Element ist, um die Sprachlosigkeit der Elterngeneration gegenüber ihren Kindern zu überwinden. Für die Zeit des Nationalsozialismus gibt es nur noch wenige Zeitzeugen, die Fragen beantworten können. Die Zeit drängt, wenn wir mehr erfahren wollen, um aufzuklären.

Link zum Filmprojekt „Bedrückend still“:
https://www.youtube.com/watch?v=_oBWyRNMRnE

Michael Propers

Von | 2020-01-11T21:19:26+01:00 11. Januar 2020|Kategorien: Aktuelles|