Klasse 8.6 der Gesamtschule Aachen-Brand erhält das „Prädikat Familienfreundlich“ der Stadt Aachen

///Klasse 8.6 der Gesamtschule Aachen-Brand erhält das „Prädikat Familienfreundlich“ der Stadt Aachen

Klasse 8.6 der Gesamtschule Aachen-Brand erhält das „Prädikat Familienfreundlich“ der Stadt Aachen

Über 100 geladene Gäste nahmen am Nachmittag des 20. September 2018 im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Gesamtschule Aachen-Brand an der diesjährigen Verleihung des „Prädikats Familienfreundlich“ seitens der Stadt Aachen teil.

Nach einer Begrüßung durch dreizehn Schülerinnen und Schüler unserer Schule in zahlreichen Sprachen, die eindrucksvoll die Multikulturalität des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Gesamtschule Aachen-Brand unter Beweis stellte, ergriff Schulleiter Dr. Andreas Lux das Mikrofon und hieß als Hausherr die anwesenden Gäste herzlich willkommen.

Bürgermeisterin Frau Dr. Margrethe Schmeer (CDU), die in Vertretung des terminlich leider verhinderten Oberbürgermeisters Marcel Philipp (CDU) die diesjährige Preisverleihung moderierte, betonte in ihrer anschließenden Ansprache, dass die Stadt Aachen mit der Verleihung des „Prädikats Familienfreundlich“ engagierte Betriebe, Institutionen und Einzelpersonen für ihren Einsatz im Sinne der Hervorbringung und Bewahrung eines familienfreundlichen Klimas auszeichnen wolle.

Dabei gehe es, wie die seit 2001 dem Stadtrat angehörige Bürgermeisterin herausstrich, nicht nur um die Förderung des zweifellos wichtigen gesellschaftlichen Zusammenhalts in unserer Stadt, sondern durchaus auch um eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Aachen. Ein positives Klima ziehe schließlich beispielsweise Fachkräfte an, die im Begriff seien, eine Familie zu gründen und daher besonderen Wert auf sozialen Zusammenhalt und ein harmonisches Miteinander legten. Familienfreundlichkeit stärkt also, so gesehen, nicht nur die innerfamiliären Strukturen und entlastet die Eltern bei ihren Erziehungsaufgaben, sondern zeitigt auch positive Nebeneffekte auf ökonomischem Gebiet.

Insgesamt vier Institutionen und einer Einzelperson wurde in diesem Jahr das seit 2006 vergebene Prädikat verliehen, darunter das seit 2003 kostenlos erscheinende Familienmagazin „KingKalli“, das 2005 gegründete soziale Stadtteilprojekt „Gegen Kinderarmut im Südviertel“ sowie die Projektgruppe des bundesweit agierenden Vereins „Tatort-Straßen der Welt e.V.“, die mit ihrer Initiative „Kein Kind ohne Schulranzen“ seit 2016 auch in Aachen aktiv ist. Besonders erfreulich aus Sicht der Gesamtschule Aachen-Brand war natürlich die Auszeichnung für die jetzige Klasse 8.6 und ihre in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule in der Rombachstraße wohnende, ebenfalls ausgezeichnete „Klassenomi“ Resi Rußy. In den letzten Jahren ist zwischen den Jugendlichen und der rüstigen Rentnerin ein herzlicher und in dieser Form nicht alltäglicher Kontakt entstanden. Angefangen hat alles mit freundlichem Zuwinken vom Fenster des Klassenzimmers aus, wenn sich Frau Rußy auf ihrem Balkon aufhielt. Wenn die Schülerinnen und Schüler Frau Rußy auf der Straße begegneten, wurden freundlich Grüße und ein Lächeln ausgetauscht.

Mittlerweile ist Frau Rußy regelmäßig als Gast bei den Weihnachtsfeiern ihrer Herzensklasse zugegen und auch die Geburtstage der Brander Bürgerin werden gemeinsam im Klassenraum bei Kuchen und Kaffee gefeiert. Dabei war es anfänglich gar nicht so einfach, die Identität von Frau Rußy festzustellen. Schließlich kannte niemand den Namen der freundlich winkenden Nachbarin. Klassenlehrer Ralph Bolle und Klassenlehrerin Gabi Schiehle mussten schon alle detektivischen Register ziehen, um Frau Rußys Namen und Adresse ausfindig zu machen.

Klassenlehrer Bolle machte sich schließlich eines Tages auf den Weg zu dem großen Wohnkomplex an der Rombachstraße, um Näheres herauszufinden und nach Möglichkeit persönlich eine Einladung seiner Klasse ins Klassenzimmer auszusprechen. Zwar traf der drahtige Englisch- und Deutschlehrer nicht auf die gesuchte Dame, erfuhr aber von den wohlmeinenden Nachbarn immerhin endlich den Namen der höflichen Unbekannten. Mit Hilfe dieser Informationen führte eine Internetrecherche den erfahrenen Pädagogen schließlich zur Telefonnummer der Tochter von Frau Rußy, die ihrer Mutter vom Interesse der damaligen Klasse 7.6 an einer Kontaktaufnahme berichtete. Ohne langes Zögern nahm Frau Rußy den Telefonhörer in die Hand und hinterließ auf dem Telefonanrufbeantworter von Herrn Bolle eine Nachricht. Sie freue sich über die nette Geste der Klasse und statte der Gesamtschule Aachen-Brand gerne einen Besuch ab. Wirklich kein gewöhnlicher Vorgang! Am 20. Dezember 2017 berichteten sogar die Aachener Nachrichten über die Geschichte dieser erfrischenden Freundschaft zwischen Jung und Alt.

Aber zurück zur Preisverleihung: Im Anschluss an die Feierstunde stießen die stolzen Preisträger und die Gäste bei einem kleinen Imbiss miteinander an, ließen sich hochleben und tauschten ihre Erfahrungen aus. Unsere Schulgemeinschaft kann wirklich stolz sein auf diese außergewöhnliche Auszeichnung in einer Zeit, in der viele Menschen aus den unterschiedlichsten Motiven heraus Zweifel am sozialen Zusammenhalt in unserem Land kundtun. Daher sei der Klasse 8.6 und ihrem Klassenlehrerteam an dieser Stelle noch einmal aufs Herzlichste gratuliert!

Von | 2018-09-22T19:04:25+00:00 20. September 2018|Kategorien: Aktuelles|